Runde 1: Die Bewerbung



Gute, überzeugende Bewerbungen zu schreiben, braucht ein bisschen Übung. Die Grundregeln:

Eine Bewerbung besteht aus

1.

Anschreiben

Zeigen Sie sich motiviert, freundlich und sehr engagiert. Selbstbewusst formulieren ist o.k. Flunkern fällt aber leicht auf, und übertreiben wirkt schnell peinlich.

2.

Lebenslauf

In tabellarischer Form führen Sie hier auf, was Sie bisher gemacht haben und schon alles können.
  • Erfahrungen aus Arbeitsgemeinschaften und Kursen, Praktika oder Ferienjobs
    • Das ist sicher mehr, als Ihnen auf Anhieb einfällt.

  • Auslandsaufenthalte und besondere Sprachkenntnisse (z. B. Muttersprache türkisch)
  • Ehrenamtliche und freiwillige soziale Tätigkeiten
    • Die verraten etwas über Ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

  • Hobbies
    • Die machen Sie als Mensch sichtbarer. Den Ausbildungsbetrieben sind gute Schulnoten zwar wichtig, aber das ist nicht allein entscheidend, wenn Sie persönlich gut ankommen.

3.

Bewerbungsfoto

Nehmen Sie keine Automatenfotos, auch keine privaten Fotos. Am besten lassen Sie Bewerbungsfotos im Format 7 x 10 cm im Fotostudio machen. Seriös, gepflegt und vom Profi aufgenommen kommt am besten an. Notieren Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift auf der Rückseite.

4.

Zeugnisse

Zeugnisse werden immer als Kopie verschickt. Nehmen Sie das letzte Schulzeugnis oder Abschlusszeugnis und Zeugnisse von Praktika.

5.

Bewerbungsmappe

Im Schreibwarenhandel finden Sie Bewerbungsmappen. Da legen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen rein. Auf teure Mappen können Sie aber verzichten. Die Reihenfolge:
  • das Anschreiben liegt ganz oben (Unterschrift nicht vergessen)
  • dann folgt der Lebenslauf mit Foto
  • danach kommen die Zeugnisse (immer als Kopie)
  • zuletzt alle Bescheinigungen über Praktika, Kurse, Arbeitsgemeinschaften, Ferienjobs und freiwilliges Engagement


Am besten zeigen Sie Ihre Bewerbung jemandem, bevor Sie sie abschicken. Man findet die eigenen Schreibfehler häufig nicht.

Zeitplan

Für einen Ausbildungsplatz müssen Sie sich frühzeitig schriftlich bewerben: meist 1 bis 1 ½ Jahre vor Ausbildungsbeginn. Aber auch kurzfristig können Sie noch Glück haben, weil viele Jugendliche ihren Ausbildungsplatz doch nicht antreten.

Viele gute Tipps findet man in den Bewerbungs-Ratgebern (im Buchhandel) oder unter

www.jova-nova.com
www.azubitage.de
www.machs-richtig.de
www.top-bewerbung.de



Runde 2: Das Vorstellungsgespräch


Vorbereitung

Gute Vorbereitung hilft, bei einem Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu machen.
Das Wichtigste: Informieren Sie sich vorher eingehend über die Firma, bei der Sie arbeiten möchten, z. B. im Internet. Was produziert oder verkauft sie? Wie viele Mitarbeiter hat sie? Arbeitet die Firma nur in Deutschland oder auch international? Wenn ja, dann wo? (Vielleicht schickt man Sie ja eines Tages dorthin.) Der Ausbildungsleiter wird testen, wie ernst es Ihnen mit Ihrer Bewerbung ist. Also überzeugen Sie ihn, dass Sie den Ausbildungsplatz wirklich wollen!

Kleidung

Überlegen Sie sich rechtzeitig, was Sie anziehen möchten. Niemand erwartet, dass Sie sich neu einkleiden. Nehmen Sie etwas, worin Sie sich wohl fühlen. Ihr Outfit sollte aber zum Unternehmen passen. Wer sich in einer Bank vorstellt, braucht eher konventionelle Kleidung, also Anzug oder Kostüm. In einem technischen Beruf geht auch eine neuere, saubere Jeans. Grundsätzlich am besten: gepflegt, seriös, eher zurückhaltend. Bauchfrei, Glitzer, schlampig, schmuddelig gehen gar nicht. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Eltern oder Bekannte, die die Spielregeln im Arbeitsleben schon kennen.

Der Tag X

Ganz wichtig:
  • Rechtzeitig da sein
  • Korrekten Namen des Ansprechpartners, seinen oder ihren Titel (z.B. Dr.), Abteilung und Zimmernummer notieren
  • Schreibzeug mitnehmen, damit Sie sich Notizen machen können
  • Ohne Kaugummi, Duftwolken und Knoblauchfahne antreten (Alkohol ist tabu)
  • Musikgeräte wegpacken, Handy ausschalten
  • Mütze abnehmen
  • Arme nicht auf die Tischplatte aufstützen, gerade und aufrecht sitzen
  • Gesprächspartner nicht unterbrechen
  • Gegenüber in die Augen sehen

Überzeugend wirken

Da Sie sich schon vorher ausreichend über das Unternehmen informiert haben, können Sie Fragen gelassen abwarten. Sie können aber auch selbst Fragen stellen und damit Ihr Interesse zeigen, z. B.
  • Welche Aufgaben habe ich zu erwarten?
  • Kann ich mir den Arbeitsplatz einmal anschauen?
  • Welche Arbeitszeiten hat Ihr Betrieb?
  • Wer ist mein Vorgesetzter?
  • Wie viele Auszubildende haben Sie?
  • Wie lang ist die Probezeit?
  • Wie hoch ist meine Ausbildungsvergütung?
  • Besteht die Möglichkeit, dass ich nach der Ausbildungszeit übernommen werde?
  • Haben Sie in Ihrer Firma Betriebsurlaub?
  • Bis wann werden Sie mir Ihre Entscheidung mitteilen?
Versuchen Sie, mit höflichem, respektvollen Verhalten zu punkten. Sie können ruhig selbstbewusst erzählen von dem, was Sie schon können. Aber übertreiben Sie nicht, das wirkt peinlich. Eine Portion Humor dagegen hilft immer.

Wenn's gut läuft: Ihre Freude dürfen Sie zeigen. Um den Hals fallen sollten Sie Ihrem Gegenüber aber nicht.

Wenn's schlecht läuft: Bleiben Sie höflich und freundlich. Man kann nicht immer gewinnen. Ihren Frust sollten Sie für sich behalten. Könnte ja sein, Sie rücken doch noch nach.

So oder so: Das Handy schalten Sie auch erst wieder ein, wenn Sie das Gebäude verlassen haben. Was Sie über das Vorstellungsgespräch denken, behandeln Sie am besten diskret.